Was ist Fahren?

Fahrsport ist eine Form des Pferdesports und bezeichnet im weitesten Sinne das Fahren mit Kutschen und Wagen.

Pionier des Fahrsports war Benno von Achenbach.

Noch heute ist bei allen deutschen Turnieren unter dem Dachverband der FN das Achenbach-Fahrsystem üblich.

Auch heute hat die Fahrlehre nach "Achenbach" unverändert ihre Gültigkeit.

 

Die Fahrlehre, das Achenbach - Fahrsystem wurde nach dem Begründer der deutschen Kutschfahrkunst "Benno von Achenbach (1861 - 1936)" benannt.

Ursprünglich kam die Fahrlehre aus England und wurde durch Benno von Achenbach mit dem Ziel möglichst pferdeschonend, zweckmäßig und sicher zu fahren perfektioniert.

 

Die 7 Grundsätze des Achenbach-Systems

 

Zum korrekten Fahren gehören: Die Achenbachleine, die Peitsche und eine feste Bracke (also insbesondere keine Spielwaage).

 

Auf korrektem Ein- und Zweispännig fahren ist das Vier- und Mehrspännig fahren aufgebaut.

 

Der Fahrer muss in jeder Situation die rechte Hand frei machen können, z.B. zum Bremsen, Einsatz der Peitschenhilfe, Handzeichengeben oder Grüßen.

 

Wendungen (Kurven) werden durch Nachgeben der äußeren Leine eingeleitet.

 

Die Hände des Fahrers stehen senkrecht. Wendungen werden nur durch drehen der Handgelenke gefahren.

 

Rechts- und Linkswendungen werden grundsätzlich verschieden gefahren, da der Kutscher rechts sitzt.

 

Das Gleiten lassen einer oder mehrerer Leinen ist verboten.

Die „Ethischen Grundsätze des Pferdefreundes"

Grundsatz Eins Wer auch immer sich mit dem Pferd beschäftigt, übernimmt die Verantwortung für das ihm anvertraute Lebewesen.

 

Grundsatz Zwei
Die Haltung des Pferdes muss seinen natürlichen Bedürfnissen angepasst sein.

 

Grundsatz Drei
Der physischen wie psychischen Gesundheit des Pferdes ist, unabhängig von seiner Nutzung, oberste Bedeutung einzuräumen.

 

Grundsatz Vier
Der Mensch hat jedes Pferd gleich zu achten, unabhängig von dessen Rasse, Alter und Geschlecht sowie Einsatz in Zucht, Freizeit oder Sport.

 

Grundsatz Fünf
Das Wissen um die Geschichte des Pferdes, um seine Bedürfnisse sowie die Kenntnisse im Umgang mit dem Pferd sind kulturgeschichtliche Güter. Diese gilt es zu wahren und zu vermitteln und nachfolgenden Generationen zu übermitteln.

 

Grundsatz Sechs
Der Umgang mit dem Pferd hat eine persönlichkeitsprägende Bedeutung, gerade für junge Menschen. Diese Bedeutung ist stets zu beachten und zu fördern.

 

Grundsatz Sieben
Der Mensch, der gemeinsam mit dem Pferd Sport betreibt, hat sich und da ihm anvertraute Pferd einer Ausbildung zu unterziehen. Ziel jeder Ausbildung ist die größtmögliche Harmonie zwischen Pferd und Mensch.

 

Grundsatz Acht
Die Nutzung des Pferdes im Reit-, Fahr- und Voltigiersport muss sich an seiner Veranlagung, seinem Leistungsvermögen und seiner Leistungsbereitschaft orientieren. Die Beeinflussung des Leistungsvermögens durch medikamentöse sowie nicht pferdegerechte Einwirkung des Menschen ist abzulehnen und muss geahndet werden.

 

Grundsatz Neun
Die Verantwortung des Menschen für das ihm anvertraute Pferd erstreckt sich auch auf das Lebensende des Pferdes. Dieser Verantwortung muss der Mensch stets im Sinne des Pferdes gerecht werden.

 

Die „Ethischen Grundsätze des Pferdefreundes" wurden 1995 von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) erarbeitet und vom Verbandsrat verabschiedet.

Was brauche ich für ein Fahrabzeichen?

1. Der Basispass Pferdekunde

Den Basispass Pferdekunde benötigen Sie als Voraussetzung für den

Erwerb Ihres ersten Leistungsabzeichens. Sie können die Prüfung für den

Basispass aber am selben Tag wie die Prüfung zu Ihrem ersten Abzeichen

ablegen.

Die Prüfung kann von Reit-/Fahrvereinen und Betrieben angeboten werden, die über eine Genehmigung des Landesverbandes (LV) bzw. der Landeskommission (LK) verfügen. Bei der zuständigen LK/LV erhalten Sie

genaue Auskünfte über Termine und Veranstaltungsorte. Ihr Verein oder Betrieb sollte auch einen Vorbereitungslehrgang anbieten, der dann von einem Trainer C (oder höher) geleitet wird.

 

Die Prüfung besteht aus zwei Teilen.

Im praktischen Teil sollen Sie zeigen, dass Sie den sicheren Umgang mit dem Pferd beherrschen. Im einzelnen:

Annähern an ein Pferd

Führen, Vorführen und Anbinden eines Pferdes

Passieren anderer Pferde

Loslassen des Pferdes/Ponys auf der Weide bzw. auf dem Paddock

Pferdepflege einschließlich Bandagieren

Ausrüsten eines Pferdes einschließlich Satteln und Trensen

Pferdeverhalten erkennen

Verladen eines Pferdes

 

Für den theoretischen Teil sollten Sie sich in folgenden Themen

auskennen:

 

Pferdeverhalten

artgemäßer Umgang mit dem Pferd

Fütterung und Fütterungstechnik

Grundlagen der Pferdegesundheit

Stallräume, Nebenräume und Bewegungsflächen

Für die Bewertung sind Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit dem Pferd/Pony sowie das Grundwissen über das Pferd ausschlaggebend.

Es gibt keine Wertnoten, sondern lediglich „bestanden" oder „nicht bestanden".

 

Als erfolgreicher Teilnehmer erhalten Sie ein Abzeichen und eine Urkunde.

 

Sollten Sie die Prüfung nicht bestehen, können Sie diese zum nächstmöglichen Termin wiederholen.

 

2. Das Kleine Fahrabzeichen (DFA IV)

Voraussetzungen für Fahrer und Pferde

Für die Fahrerinnen und Fahrer, die das Fahrabzeichen (DFA) Klasse IV ablegen wollen, gibt es keine Altersbegrenzung. Wenn Sie allerdings unter 18 Jahre alt sind, müssen Sie auf der Kutsche in Begleitung eines Erwachsenen sein, der mindestens das DFA IV besitzt. Voraussetzung ist der Besitz des Basispass Pferdekunde. Die Pferde und Ponys, die in der

Prüfung eingesetzt werden, müssen mindestens 4 Jahre alt sein und den Prüfungsanforderungen genügen. K-Ponys können für Jugendliche bis 16 Jahre eingesetzt werden. Pro Gespann sind vier Bewerber erlaubt.

 

Was wird verlangt?

Die Prüfung besteht aus zwei Teilprüfungen.

 

Der praktische Teil:

Sachgemäßes Aufschirren, Anspannen, Ausspannen, Abschirren

eines Ein-/Zweispänners Richtiges Auf- und Absteigen mit vorschriftsmäßiger „Leinenaufnahme"

Fahren und Beherrschen eines Gespanns im Schritt und Trab mit

vorschriftsmäßiger Leinen- und Peitschenführung geradeaus, in

Wendungen auf dem Platz, im Gelände und im Verkehr. (gem.

„Richtlinien für Reiten, Fahren und Voltigieren", Band 5). Sie fahren dabei ein- und/oder zweispännig. Auf Verlangen der Richter kann Gespannwechsel vorgenommen werden.

 

Der theoretische Teil:

Grundkenntnisse in der Fahrlehre und in der Handhabung des

Fahrlehrgerätes Kenntnisse der einschlägigen Bestimmungen des Tierschutzgesetzes, des Straßenverkehrsrechts, des umweltverträglichen Verhaltens beim Fahren im Gelände und allgemeiner Versicherungsfragen und Rechtsvorschriften

 

Wer hat bestanden?

Sie müssen in jeder Teilprüfung die Mindestnote 5,0 erreichen. Erreichen Sie diese Note in einer Teilprüfung nicht, so können Sie die gesamte Prüfung nach frühestens drei Monaten wiederholen.

 

3. Das Fahrabzeichen in Bronze (DFA III)

3.1 Ein-/Zweispänner

Voraussetzungen für Fahrer und Pferde

Beim Bronzenen Fahrabzeichen gibt es keine Altersbeschränkung. Für den Erwerb des DFA III müssen Sie allerdings mindestens seit drei Monaten im Besitz des DFA IV sein. Die vorgestellten Pferde und Ponys müssen mindestens 4 Jahre alt sein und den Prüfungsanforderungen genügen.

Zugelassen sind Pferde, M- und G-Ponys (sowie K-Ponys mit Teilnehmern bis zu 16 Jahren). Pro Gespann sind bis zu vier Bewerber erlaubt.

 

Was wird verlangt?

Der praktische Teil:

Sachgemäßes Aufschirren, Anspannen, Ausspannen, Abschirren

eines Ein-/Zweispänners

Richtiges Auf- und Absteigen mit vorschriftsmäßiger „Leinenaufnahme"

Fahren einer Dressurprüfung Klasse A (gem. aktuellem

Aufgabenheft Fahren)

Fahren eines Stilhindernisfahrens der Klasse A mit Standardanforderungen

ohne Abzüge. Sie fahren dabei ein- und/oder zweispännig.

Siehe hierzu auch: Aufgabenheft Fahren, Anhang, 3. und 4.1.

Longieren mit einfacher Longe

 

Der theoretische Teil:

Kenntnisse in der Fahrlehre und in der Handhabung des Fahrlehrgerätes entsprechend den Anforderungen der Kl. A sowie Kenntnisse der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO)

erweiterte Kenntnisse der Pferdehaltung, der Veterinärkunde und im Umgang mit dem Pferd Kenntnisse der einschlägigen Bestimmungen des Tierschutzgesetzes,

des Straßenverkehrsrechts, des umweltverträglichen Verhaltens beim Fahren im Gelände und allgemeiner Versicherungsfragen und RechtsvorschriftenSP

 

Wer hat bestanden?

Sie müssen sowohl in der theoretischen als auch in der praktischen Teilprüfung mindestens die Gesamtwertnote 5,0 erreichen. Auch in den Einzelnoten ist die Mindestnote 5,0 erforderlich. Erreichen Sie diese in zwei oder mehr Einzelelementen nicht, so haben Sie die gesamte

Teilprüfung nicht bestanden.

 

Eine Wiederholung der einzelnen nicht bestandenen Elemente ist nicht möglich.

Die nicht bestandene Teilprüfung können Sie innerhalb eines Jahres, aber frühestens nach drei Monaten wiederholen. Bestehen Sie eine Teilprüfung zweimal nicht, so müssen Sie die gesamte Prüfung wiederholen.

 

Weitere Info´s finden Sie auf der Seite der FN

http://www.pferd-aktuell.de/Anlage15803/DieDeutschenFahrabzeichen.pdf