Hufbeschlag - Tipps zur richtigen Hufpflege

Die Hufe eines Pferdes müssen gepflegt werden – genau wie die Füße eines Menschen. Ein gerader, sicherer Tritt und elastisches Horn, dass nicht zu Rissen neigt, sind unabdingbar. Denn hat das Pferd ein Problem an den Hufen, fängt es an zu lahmen, hat möglicherweise Schmerzen und kann nicht mehr geritten werden. Und andere Krankheiten können die Folge sein...


Der Pferdebesitzer sollte die Hufe mindestens einmal täglich – vor und nach dem Reiten - auskratzen und auf Verletzungen oder eingeklemmte Steine kontrollieren. Achten Sie dabei darauf, nicht den empfindlichen Strahl in der Mitte des Hufes zu verletzen. Haben sich scharfe Kanten oder Kerben gebildet, sollten diese mit einer Raspel geglättet werden.

Sind die Hufe beschlagen, muss auch immer kontrolliert werden, ob alle Eisen noch fest am Platz sitzen und nicht verbogen sind.

Wenn nicht, muss der Hufschmied kommen.

Fetten Sie die frisch gereinigten Hufe Ihres Pferdes regelmäßig ein, dann bleiben sie elastisch und sind besser vor Feuchtigkeit geschützt. Im Winter kann man aus dem gleichen Grund auch die Unterseite des Hufes einfetten. Die Reihenfolge erst Wasser und dann Fett ist dabei wichtig, denn nur eine Fettschicht auf dem Huf trocknet diesen auch aus. Bei sehr trockenen Hufen wird auch manchmal ein Huf für einige Zeit in einen Eimer mit Wasser (Leitungs- oder Brunnenwasser) gestellt. Doch grundsätzlich gilt: Trockene Hufe sind belastbarer als zu feuchte.
Eine sinnvolle Maßnahme kann auch sein, den Kronenrand (am Übergang zum Bein) mit einem Pflegeöl geschmeidig zu halten.

Alle acht bis zehn Wochen sollte ein gut ausgebildeter Hufpfleger oder Hufschmied die Hufe eines Pferdes ausschneiden und/oder beraspeln. Hat das Pferd einen Riss oder eine Delle im Huf, einen Stellungsfehler oder eine Huferkrankung, auch öfter. Der Hufpfleger kann Ihnen auch sagen, ob weitere Maßnahmen wie Wässern oder Einfetten nötig sind und wie oft.

 

Hufbeschlag

Bei einem Pferd, das an den Vorderhufen – oder an allen vier Hufen – mit Eisen beschlagen ist,  sollte der Hufschmied alle sechs bis acht Wochen kommen. Er nimmt die Eisen ab und bringt den Huf wieder in Form, indem er das nachgewachsene Horn abschleift, so dass das Pferd wieder gerade auf den Hufen steht.
Normalerweise sind die Eisen (es gibt heutzutage auch welche aus Kunststoff) bei jedem zweiten Beschlag so dünn geworden, dass sie brechen könnten und  deshalb erneuert werden müssen.

Auf unserem Foto sehen einen Hufeisen mit Gewinden für Stollen.  Das macht man bei Pferden in der Sommersaison, die dann beim Springen auf Außenplätzen einen besseren Halt haben.

 

Die Vorteile eines Beschlages

Schutz für den Huf
Schutz vor zu großer Abnutzung
Als Zusatzmaßnahme bei einem kranken Huf

 

Die Nachteile eines Beschlages
Der Hufmechanismus wird behindert
Der Tragrand wird verkleinert – die Auftrittfläche somit kleiner
Die Hufbalance ist verschlechtert
Die Verletzungsgefahr wird erhöht

Es sollte also immer sorgfältig abgewogen werden, ob eine Hufbeschlag sein muss oder ob das Pferd nicht seinen Barhuf behalten kann.

 

Preisbeispiele
Hufe Ausschneiden: 25 bis 40 Euro
Komplett beschlagen (ohne Material)  65 bis 110 Euro
Zwei Hufe beschlagen (ohne Material) 55 bis 65 Euro

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Fotos: bkoenig, pferde-welt.info