Duftendes Heu oder muffige Faser?

Ein Artikel von Ströh und St. Hippolyt

Jeder kennt den Duft von aromatischem Heu. Er erinnert an Sommer und warme Tage und bringt uns ein wohliges Gefühl. Bei unseren Pferden wird wohl ähnliches verursacht, denn schon das Fressverhalten kann eine erste Einschätzung zur Qualität geben: Knabbert das Pferd nur lustlos an fahlen Halmen herum oder lässt es seine Nase tief im grünen Heuberg verschwinden, um dann, scheinbar gedankenverloren, genussvoll das getrocknete Grün zu verspeisen.
Leider finden wir dieses schöne Bild immer seltener. Statt bester Qualität landet minderwertige Faser im Pferdestall, die mit Heu teils nur noch den Namen gemeinsam hat. Und besonders nach in diesem Jahr nach der schlechten Heuernte wird das Problem noch größer (und teurer). Aber woran erkennt man gutes Heu? Grundsätzlich gilt: Was nicht nach Heu aussieht und nicht nach Heu riecht, sollte auch nicht verfüttert werden. Eine hochwertige Faser ist griffig in der Struktur, mit vielfältiger Zusammensetzung und erkennbaren Blatt- und Blütenständen. Die Farbe sollte von dunkel- bis hellgrün reichen. Und dann wäre da noch der Duft.

Aus gutem Heu werden durch den „Umbau“ der Mikroorganismen im Darm wichtige Stoffe wie Vitamine aber auch Fettsäuren für den Pferdeorganismus gebildet. Ein Pferd nutzt damit die Faser als Hauptenergiequelle und nicht etwa getreidehaltiges Kraftfutter. Hiervon kann das Pferd nur deutlich geringere Mengen verdauen. Um Aufbau und Funktion des Verdauungstraktes gerecht zu werden, ist demzufolge eine ausreichende Versorgung mit Faser sicherzustellen. Als Faustformel gilt: 1,2 bis 1,5 kg Heu pro 100 kg Soll-Pferdegewicht. 

Ist das vorgelegte Raufutter aber nun zum Beispiel mit Pilzsporen verunreinigt, lassen Probleme nicht lange auf sich warten. Der Pferdeorganismus wird mit beträchtlichen Mengen an schädlichen Stoffen belastet, die Stoffwechsel und Verdauung teils massiv stören können. Das Ergebnis sind oft Verdauungsstörungen wie Kotwasser, Durchfall und Koliken. Längerandauernde Belastungen können Entgiftungsstörungen verursachen. Die Leber wird überfordert, die Pferde werden schlapp und lustlos. Angelaufene Beine, stumpfes Fell und eine verspannte Muskulatur zeigen: der Stoffwechsel ist überlastet (Quelle St. Hippolyt).

Bei Verdauungsstörungen empfiehlt St. Hippolyt:
1 kg Struktur Energetikum als alleiniges Kraftfutter oder als Ergänzung
1 kg Irish Mash, 2 bis 3 Mal pro Woche